Seit die Tengelmannfiliale geschlossen wurde, können wir Lebensmittel des täglichen Bedarfs im Ort nur noch beim Edeka am Sportplatz oder beim „Polz“ in Walchstadt kaufen. Wohnt jemand in Auing oder im südlichen Steinebach, hat er ohne Auto ein Problem. Selbst Bürgerinnen und Bürgern, die gut zu Fuß sind, sind diese Strecken mit schweren Einkaufstaschen kaum zuzumuten. Wie kommen dann wohl weniger rüstige Bewohner mit dieser Situation zurecht?

Sollte ich Bürgermeisterin werden, möchte ich als eine der ersten Amtshandlungen die Gründung eines Dorfladens, möglichst zentral im Ort, auf den Weg bringen. Es gibt verschiedene Modelle, einen Dorfladen zu gründen. Bayernweit entstanden im letzten Jahr 80 Dorfläden und in diesem Jahr werden sich Dorfläden das erste Mal auf der „Grünen Woche“ in Berlin vorstellen. Sie haben sich vor allem bewährt, wenn sie genossenschaftlich organisiert sind. Sie arbeiten wirtschaftlich, weil bei dieser Organisationsform die Kundenbindung funktioniert.
Ich möchte als Bürgermeisterin eine Bürgerversammlung einberufen, bei der Vertreter der verschiedenen Dorfladenkonzepte ihre Modelle vorstellen werden. Zusammen mit den Bürgern können wir ein Organisationsmodell übernehmen oder entwickeln, nach einem möglichen Standort suchen und uns zusätzlich Gedanken über das Sortiment machen, indem wir z. B. vermehrt regionale Produkte im Angebot haben wollen.

Kommunale Daseinsvorsorge muss sich gerade auch um eine ortsnahe Lebensmittelversorgung kümmern!
Über dieses Konzept möchte ich auch mit den Eigentümern des Tengelmanngebäudes reden und verhandeln. Sollte das Konzept bei uns nicht umsetzbar sein, sollte zumindest so bald wie möglich wieder an einen Vollsortimenter vermietet werden können. Immerhin liegt das ja auch im Interesse der Eigentümer.

2 Kommentare
  1. Dirk Bödicker
    Dirk Bödicker sagte:

    Liebe Frau Muggenthal,
    Grundsätzlich stimme ich Ihnen vollständig zu, wirbenötigen einen weiteren Nahversorger im Ort. Ist der Standort Tengelmann dafür geeignet? Wie stellen Sie die Versorgung von Steinebach und Auing sicher? Wenn zwei Versorger im Ort sind, wird sich ein dritter Nahversorger sicher nicht mehr ansiedeln. Ein Standort z.B. Richtung Bahnhof ist sicher für die flächendeckende Versorgung der Ortsteile eher geeignet. Vielleicht kann man im Zuge des Bebauungsplans Hauptstraße auch so einen Gedanken einbeziehen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Dirk Bödicker

    Antworten
    • Christel Muggenthal
      Christel Muggenthal sagte:

      Lieber Herr Bödicker,

      die Wiesenflächen neben der ehemaligen Bäckerei Buchner und unterhalb des Bahnhofs waren schon einmal für die Firma Tengelmann im Gespräch. Beide Flächen wurden damals vom Konzern abgelehnt, weil zu klein oder zu schwierig zu erschließen. Für die Auinger und die Bewohner im südlichen Steinebach wäre es sicher erfreulich, einen Lebensmittelversorger in der Nähe zu haben.
      In das Tengelmanngebäude sollte schon wegen der Nähe zum „Altengerechten Wohnen“ wieder ein Lebensmittelgeschäft einziehen. Wir brauchen sicher ein Gesamtkonzept für den ganzen Ort, bei dem auch „kleinere Angebote“ in unterschiedlicher Organisationsform interessant sein können. Ich glaube zum Beispiel nicht, dass wir unbedingt 2 Vollsortimenter mit nahezu identischem Angebot brauchen. Es wird Aufgabe des neuen Gemeinderates sein, zusammen mit den Bürgern den konkreten Bedarf und geeignete Standorte zu ermitteln. Ich würde das vom Bebauungsplan Hauptstraße lieber getrennt behandeln wollen. Wie wir mit einer Standortsicherung konkret verfahren, wird der Gemeinderat entscheiden.

      Mit freundlichen Grüßen

      Christel Muggenthal

      Antworten

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